Projektleitung
- Marie-Catherine Lienert (Bildende Kunst)
- Walter Pfaff (Theater)
Gesuchstellerin
- Prof. Dr. Sigrid Schade
Mitarbeitende
- Liz.phil. Therese Vögeli, Dr. Peter Holzwarth, Claudia Flütsch
Projektleitung
Gesuchstellerin
Mitarbeitende
Kontakt
Institute for Cultural Studies in the Arts, ICS
Hafnerstr. 31
8005 Zürich
Projektbeschreibung
Die Forschenden des Teams CREATING BELONGING untersuchen im Rahmen einer theatralen und einer bildnerischen Praxis, wie künstlerische Mittel Zugewanderte unterschiedlichster kultureller Herkunft in Zürich bei dem unterstützen können, was in der neueren Forschung zu Migrations- und Integrationsprozessen als „Creating Belonging“ bezeichnet wird. In der Arbeit mit den Migrantinnen und Migranten werden methodische Verfahren der künstlerischen Praxis experimentell erprobt und wissenschaftlich ausgewertet.
Diese wurden entwickelt, um die Belange und Probleme der Spielenden/ künstlerisch Tätigen zum Gegenstand von Reflexion und Erkenntnis zu machen und ihnen Empowerment und Kompetenzerwerb im Umgang mit transnationalen Lebenskontexten zu ermöglichen.
Der Ansatz des ,Multiple Belonging' nimmt dabei in vielfacher Weise die zentralen Stränge der aktuellen Migrationsforschung auf und formuliert eine neue Perspektive, die von den kulturellen Differenzen und Subjektivitäten von MigrantInnen und deren Kreativität bei der ‚Selbstintegration’ ausgeht, die einen produktiven Umgang mit den Restriktionen der Ankunftskultur und eine Einflussnahme auf diese einschliesst.
In der Auswertung versuchen wir folgende Fragen zu beantworten:
Da die Forschung auf praktische Anwendbarkeit zum Beispiel im Bereich der städtischen Migrationspolitiken zielt, will sie speziell:
Schon beim jetzigen Stand der Auswertung der Arbeit liegen erste Hinweise für die Übertragbarkeit des ‚Created Belonging’ über die Laborgruppen hinaus auf die individuellen Alltagswelten vor. Allerdings beruht diese Übertragbarkeit offenbar auf komplexeren Lernprozessen, als noch im Forschungsantrag vermutet.
Teilprojekt Theater
So entdecken die Migrantinnen und Migranten zum Beispiel beim Spielen im Schutz der Bühnenregeln wichtige Handlungsmöglichkeiten, die ihnen im Alltag bisher als zu gefährlich erschienen, denn meistens hatten sie sich als Opfer dieser Sozialtechniken erlebt. Solche Möglichkeiten sind zum Beispiel Lüge, List, Humor und Verstellung. Sie entdecken im Spiel oder der künstlerischen Umsetzung die Möglichkeit, die Gefühle der Partner in den Spielsituationen auf einen Zielerfolg hin zu beeinflussen. Sie lernen allmählich die Effekte solcher Beeinflussungen abzuschätzen. Sie entdecken, wie sie in Situationen die Führung übernehmen und den Verlauf der Handlung (mit)bestimmen können. Sie entdecken diese Möglichkeiten auf verbaler und nonverbaler Ebene. Allmählich sind sie in der Lage, ihr Handeln strategisch auf ihre Kommunikationsziele hin auszurichten. Im Theaterspielen als Probehandeln erkennen sie, dass sie im Lebenskampf in der Fremde nicht die schlechtesten Karten haben und dass sie sich in den vorgegebenen Handlungsspielräumen als Gleiche unter Gleichen bewegen können, eine wichtige Voraussetzung des Gefühls von Zugehörigkeit. Sie beginnen die Worte und Taten der fremden ‚Anderen’ zu verstehen. Gleichzeitig bringen sie Ihre eigenen kulturellen Ressourcen ins Spiel und tragen so nicht nur zum kulturellen Reichtum der Ankunftsgesellschaft bei, sondern auch zum gegenseitigen Wissen und Verstehen.
Teilprojekt Szenografie
Im Umgang mit künstlerischen Mitteln reagieren die Migrantinnen und Migranten unmittelbar und in unterschiedlichen Lebenssituationen auf ihren Alltag. Die Resultate stehen mit ihren Befindlichkeiten in Relation und bieten deshalb Anlass und Möglichkeit, diese zu reflektieren. Gearbeitet wird auch mit biografischen Tagebüchern, die mithilfe des methodischen Verfahrens des Mindmapping in Bezug zu den sie interessierenden Fragen gebracht werden. Spontane und gelenkte Gespräche in der Gruppe über Inhalte und Hintergründe der so entstehenden Bilder schaffen Bezüge zur eigenen biografischen Erfahrung und zum gesellschaftlichen Kontext. Die Möglichkeit, die eigene Fremdheitserfahrung mit künstlerischen Mitteln zu thematisieren, macht das Individuelle allgemein vermittelbar. Die so Schaffenden stellen Bedeutung(en) für sich selbst und andere her.
Projektdauer
Projektfinanzierung
Kooperationspartner