Komposition und Choreographie im 20. Jahrhundert
Steffen A. Schmidt
512 Seiten
Kulturverlag Kadmos
15 x 23 cm, broschiert, (Kaleidogramme Bd. 89) im Februar 2013 erschienen
ISBN: 978-3-86599-166-9
Die Beziehung von Komposition und Choreographie nimmt im 20. Jahrhundert einen überragenden musikhistorischen Platz ein. Komponisten wie Igor Strawinsky, Maurice Ravel, Paul Hindemith, John Cage und Hans Werner Henze schrieben nicht nur wegweisende Werke für die Entwicklung neuer Musik, sondern widmeten sich auch konzeptuell den Formen des zeitgenössischen Balletts. Musik der Schwerkraft stellt die Frage nach der Beziehung von Musik und Tanz im Rahmen der historischen Entwicklung, die nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland bis 1968 stattgefunden hat. Im Fokus stehen Kompositionen von Bernd Alois Zimmermann, der vor allem durch die Oper Die Soldaten grosse Aufmerksamkeit auf sich zog. Kaum bekannt ist, dass Zimmermann sich auch intensiv mit dem Tanz befasst hat und auf der Suche nach einer zeitgenössischen Form der Beziehung von Musik und Tanz war. Mit den Kompositionen Présence, dem Concerto pour violoncelle et orchestre en forme de „pas de trois“ und der Musiques pour les soupers du Roi Ubu legte Zimmermann ein avanciertes wie ebenso rätselhaftes Triptychon als « offenes Kunstwerk » (U. Eco) vor, das in fragmentarischer Form eine „schöpferische Mythologie“ (J. Campbell) einlöste. Auf der Basis dieser Recherche werden die damals sehr populären Umsetzungen des Choreographen John Cranko zu Zimmermanns Kompositionen – Befragung (1967) und Présence (1968) – analysiert. Neben der musikgeschichtlichen Recherche wird der bestehende Diskurs der Musikwissenschaft zu diesem Thema kritisch reflektiert (Diskursanalyse), wie ebenso – vermittelt durch Roland Barthes‘ „2. Semiotik“ – ein phänomenologischer Zugang zur Musik als Formulierung „utopischer Körper“ erprobt.











